Geborgen

Geborgen in der Unbehaustheit
wird das Kind uns zum Zeichen
wie Gott sich ereignet

 

Rühr auch dieses Jahr aufs neue
unser herz an
du neuer anfang des seins
in allem lebendigen
damit wir
den glauben wagen
der vertrauen heißt
die furcht bannt
und die lieben blühen lÄsst
damit wir
mensch werden
wirklich mensch.
(Katja Süß)

 

 

 

 

 

Verbindung nicht abreißen lassen

Die tägliche Verbindung zu Gott trägt mich. Mit diesem Bild verglichen: Ich darf den Stecker nicht aus der Steckdose ziehen. Sonst fehlt mir die Power. Die Antenne ist ein Bild für meine Ausrichtung auf Gott hin. So finde ich meinen richtigen „Sender“.

(Sr. Teresa)

Typisch

Eine ältere Frau kauft sich im Schnellrestaurant eine Suppe. Sie trägt den dampfenden Teller an einen der Stehtische und hängt ihre Handtasche darunter. Dann geht sie noch einmal zur Theke, um einen Löffel zu holen.

Als sie zurückkehrt, sieht sie am Tisch einen dunkelhaarigen Mann, der ihre Suppe löffelt. „Typisch Ausländer! Was fällt denn dem ein?“, denkt die Frau empört. Sie drängt sich neben ihn, sieht ihn wütend an und taucht ihren Löffel ebenfalls in die Suppe. Sie sprechen kein Wort, aber nach dem Essen holt der Mann für sie beide Kaffee und verabschiedet sich dann höflich. Erstaunt bedankt sich die Frau mit einem Lächeln.

Als sie ebenfalls gehen will, hängt die Handtasche nicht mehr am Haken unter dem Tisch. Also doch ein hinterhältiger Betrüger! Das hätte man sich doch gleich denken können. Mit rotem Gesicht schaut sie sich um. Er ist verschwunden. Aber am Nachbartisch sieht sie ihre Handtasche. Und einen Teller Suppe, inzwischen kalt geworden.

(Aus „Typisch – Kleine Geschichten für andere Zeiten“)