Typisch

Eine ältere Frau kauft sich im Schnellrestaurant eine Suppe. Sie trägt den dampfenden Teller an einen der Stehtische und hängt ihre Handtasche darunter. Dann geht sie noch einmal zur Theke, um einen Löffel zu holen.

Als sie zurückkehrt, sieht sie am Tisch einen dunkelhaarigen Mann, der ihre Suppe löffelt. „Typisch Ausländer! Was fällt denn dem ein?“, denkt die Frau empört. Sie drängt sich neben ihn, sieht ihn wütend an und taucht ihren Löffel ebenfalls in die Suppe. Sie sprechen kein Wort, aber nach dem Essen holt der Mann für sie beide Kaffee und verabschiedet sich dann höflich. Erstaunt bedankt sich die Frau mit einem Lächeln.

Als sie ebenfalls gehen will, hängt die Handtasche nicht mehr am Haken unter dem Tisch. Also doch ein hinterhältiger Betrüger! Das hätte man sich doch gleich denken können. Mit rotem Gesicht schaut sie sich um. Er ist verschwunden. Aber am Nachbartisch sieht sie ihre Handtasche. Und einen Teller Suppe, inzwischen kalt geworden.

(Aus „Typisch – Kleine Geschichten für andere Zeiten“)

Wie sollen wir leben?

 

„Das, was größer ist als wir, lehrt alle Lebewesen, was sie tun sollen. Wir sind wie die Blumen. Wir leben und wir sterben, und aus uns selbst heraus wissen wir nichts. Aber das, was größer ist als wir, lehrt uns – lehrt uns, wie wir leben sollen.“ Indianische Weisheit

Gesegnete Pfingsten

Eine Schale will ich sein, empfänglich für Gedanken des Friedens -

eine Schale für dich, Heiliger Geist.

Meine leeren Hände will ich hinhalten, 
offen für die Fülle des Lebens -

leere Hände für dich, Heiliger Geist.

Mein Herz will ich öffnen, bereit für die Kraft der Liebe -

ein Herz für dich, Heiliger Geist.

Gute Erde will ich sein, gelockert für Samen der Gerechtigkeit -

gute Erde für dich, Heiliger Geist.

Ein Flussbett will ich sein, empfänglich für das Wasser der Güte -

ein Flussbett für dich, Heiliger Geist.

(Anton Rotzetter)

Lebe es!

„Lebe das, was du vom Evangelium begriffen hast. Und wenn es auch noch so wenig ist. Aber lebe es!“  (Frère Roger von Taizé)

Wassertropfen

„Jeden Tag gehen die Frauen aus dem Dorf hinunter zum Flus. In großen Tonkrügen holen sie Wasser, denn im Dorf gibt es keine Quelle. Eines Morgens schaut eine der Frauen verträumt einem Schmetterling hinterher. Dabei stolpert sie und der Krug wird beschädigt. Einen zweiten hat sie nicht, auch kein Geld für einen neuen, und so umwickelt sie den Krug notdürftig mit ihrem Tuch. Aber das Wasser tropft an den Bruchstellen heraus, und als sie im Dorf ankommt, ist die Hälfte weg. ‚Ach‘, klagt sie, ‚was für ein Unglück, warum war ich bloß so unvorsichtig? Alle anderen bringen mehr Wasser nach Hause! Meine Mutter hat Recht, ich bin wirklich zu nichts nütze!‘

Eines Morgens aber, als die Frauen wieder zum Fluss gehen, ist der schmale Pfad gesäumt von grünen Gräsern und vielen kleinen Blumen, rot, gelb und weiß leuchten sie. ‚Das waren deine Wassertropfen‘, lachen die Frauen, ’sie haben den staubigen Weg zum Blühen gebracht.'“

(Aus „Typisch! Kleine Geschichten für andere Zeiten“, Musik: „Bunessan“, gälisches Volkslied, Melodie bekannt durch Cat Stevens‘ „Morning has broken“, bearbeitet für Veeh-Harfe von „Musik im Spiel“, auf der Veeh-Harfe klimpert Sr. Teresa)

Heiliger Josef, du halt Haus…

…und gieß des Himmels Segen aus,
hier über unserem kleinen Herd,
dass Lieb und Eintracht stets sich mehrt,
dass Fried und Freude uns begleit,
und Gottesfurcht uns steht zur Seit,
dass unser Weg zum Himmel führt,
und unser Tun die Tugend ziert.
Dies ist heut unsres Herzens Bitt:
O sei und bleib in unsrer Mitt!
Dir geben wir mit frohem Blick
den Schlüssel zu des Hauses Glück.
O schließe Du doch alles aus,
was schaden könnte unserm Haus.
Schließ all die meinen und auch mich
in Jesu Herz, das bitt ich Dich!
Dass hier uns jeder Tag vergeht,
wie Dir im Haus zu Nazareth!

Ich bin der Weg…

Jesus sagte zu Thomas: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. (Joh 14,6)

Herr, dieser Tag, und was er bringen mag, sei mir aus deiner Hand gegeben.

Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben.

Du bist der Weg – ich will ihn gehen.

Du bist die Wahrheit – ich will sie sehen.

Du bist das Leben. Mag mich umwehen Leid und Kühle, Glück und Glut –

alles ist gut so wie es kommt. Gib, dass es frommt.

In deinem Namen beginne ich. Amen. (Verfasser: Hubert Halbfas, Religionspädagoge)

 

Sei gesegnet!

Erstrahlt die Sonne in der Früh – sei gesegnet.

Nach des langen Tages Müh – sei gesegnet.

Du magst fröhlich oder traurig sein – sei gesegnet.

An jedem Tag jahraus, jahrein – sei gesegnet.

(Irischer Segenswunsch)