Ich bin der Weg…

Jesus sagte zu Thomas: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. (Joh 14,6)

Herr, dieser Tag, und was er bringen mag, sei mir aus deiner Hand gegeben.

Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben.

Du bist der Weg – ich will ihn gehen.

Du bist die Wahrheit – ich will sie sehen.

Du bist das Leben. Mag mich umwehen Leid und Kühle, Glück und Glut –

alles ist gut so wie es kommt. Gib, dass es frommt.

In deinem Namen beginne ich. Amen. (Verfasser: Hubert Halbfas, Religionspädagoge)

 

Sei gesegnet!

Erstrahlt die Sonne in der Früh – sei gesegnet.

Nach des langen Tages Müh – sei gesegnet.

Du magst fröhlich oder traurig sein – sei gesegnet.

An jedem Tag jahraus, jahrein – sei gesegnet.

(Irischer Segenswunsch)

Mittagessen mit Gott

Ein kleiner Junge wollte Gott treffen. Er packte einige Coladosen und Schokoladenriegel in seinen Rucksack und machte sich auf den Weg. In einem Park sah er eine alte Frau, die auf einer Bank saß und den Tauben zuschaute.
Der Junge setzte sich zu ihr und öffnete seinen Rucksack. Als er eine Cola herausholen wollte, sah er den hungrigen Blick seiner Nachbarin. Er nahm einen Schokoladenriegel und gab ihn der Frau. Dankbar lächelte s. ie ihn an – ein wundervolles Lächeln! Um dieses Lächeln noch einmal zu sehen, bot ihr der Junge auch eine Cola an. Sie nahm sie und lächelte wieder, noch strahlender als zuvor. So saßen die beiden den ganzen Nachmittag im Park. Als es dunkel wurde, verabschiedete sich der Junge.
Zu Hause fragte ihn seine Mutter: “Was hast du denn heute Schönes gemacht, dass du so fröhlich aussiehst?” Der Junge antwortete: “Ich habe mit Gott Mittag gegessen – und sie hat ein wundervolles Lächeln.”
Auch die alte Frau war nach Hause gegangen, wo ihr Sohn sie fragte, warum sie so fröhlich aussehe. Sie antwortete: “Ich habe mit Gott Mittag gegessen – und er ist viel jünger, als ich dachte.”

(Aus: Oh! Noch mehr Geschichten für andere Zeiten”

Komm herab, o Heiliger Geist,

Komm herab, o Heiliger Geist,
der die finstere Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.

Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.

Ohne sein lebendig Weh’n
kann im Menschen nichts besteh’n,
kann nichts heil sein noch gesund.

Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.

Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.

(Aus “Veni Sancte Spiritus”, Gotteslob 344)

Er nimmt den Gast an die Hand

Ein Fürst gibt ein großes Fest. Viele wichtige Menschen sind eingeladen. Es beginnt zu regnen und vor der Toreinfahrt bildet sich eine große Pfütze. Als ein vornehm gekleideter Herr aus seinem Wagen steigt, rutscht er aus und fällt der Länge nach in die Pfütze. Mühsam erhebt er sich, von oben bis unten beschmutzt und nass und sehr geknickt. “So kann ich mich nicht auf dem Fest sehen lassen”, denkt er. Einige Gäste machen schon spöttische Bemerkungen. Ein Diener meldet den Vorfall dem Fürsten. Dieser eilt sofort hinaus und erreicht den Gast gerade noch, als er zurückfahren will. “Bleib doch, mir macht der Schmutz an deinen Kleidern nichts aus”, sagt der Fürst, doch der Gast hat Angst vor den Blicken und dem Getuschel der anderen Gäste. Da lässt sich der Fürst mit seinen kostbaren Kleidern in dieselbe Pfütze fallen, so dass auch er von oben bis unten voller Dreck ist. Er nimmt den Gast an die Hand, und beide gehen in den festlich geschmückten Saal.

Ralf Johnen